Elternvereinbarung und Umgangsvereinbarung: Muster als PDF und Word
Eine Elternvereinbarung — auch Umgangsvereinbarung oder Elternplan genannt — hält schriftlich fest, wie Eltern nach der Trennung Betreuung, Umgang, Kosten und Kommunikation regeln. Diese Seite zeigt, was in Deutschland, Österreich und der Schweiz hineingehört. Alle Muster gibt es kostenlos als PDF zum Ausdrucken und als Word-Datei zum Ausfüllen, dazu eine eigene Vorlage fürs Wechselmodell.
Stand:
Was ist ein Elternplan?
Ein Elternplan (auch: Elternvereinbarung, Eltern-Vereinbarung) regelt die praktische Umsetzung gemeinsamer Sorge nach der Trennung. Er ist KEINE Sorgerechtsvereinbarung im engen Sinn — die Sorge bleibt davon unberührt — sondern bündelt alle Detailregelungen an einer Stelle.
Vorteil gegenüber rein mündlichen Absprachen: bei Konflikt gibt es eine geteilte Referenz. Vorteil gegenüber einer reinen Trennungsvereinbarung: die Kindthemen sind in einem eigenen Dokument, getrennt von Güterrecht/Versorgungsausgleich.
Die Umgangsregelung im Detail — Wochenrhythmus, Ferienaufteilung, Übergabe-Protokoll — findet ihr in unserer Umgangsplan-Vorlagen-Sammlung. Dieser Elternplan deckt das übergreifende Dokument ab, das alle Kindthemen zusammenfasst.
Pflicht vs. Optional — was rein muss
| Bestandteil | Pflicht | Empfohlen | Optional |
|---|---|---|---|
| Sorgerechtsstand | DE/AT/CH | ||
| Aufenthalt / Lebensmittelpunkt | DE/AT/CH | ||
| Umgangsregelung (konkret) | DE/AT/CH | ||
| Unterhaltsregelung | DE/AT/CH | ||
| Kommunikationsweg | DE/AT/CH | ||
| Konfliktklausel | DE/AT/CH | ||
| Anpassungsklausel | DE/AT/CH | ||
| Ferienregelung detailliert | DE/AT/CH | ||
| Versicherungen | DE/AT/CH | ||
| Religiöse Erziehung | DE/AT/CH |
Pflicht heißt: ohne diese Punkte ist der Plan unvollständig und im Konfliktfall schwer zu nutzen. Empfohlen heißt: Familiengerichte erwarten diese Punkte in einer Mediationsvereinbarung. Optional kann sinnvoll sein, je nach Familiensituation.
Elternvereinbarung im Wechselmodell: Vorlage
Lebt euer Kind etwa zur Hälfte bei jedem von euch, reicht der allgemeine Elternplan oft nicht. Im Wechselmodell müssen Rhythmus, Übergaben, Meldeadresse und Geld genauer geregelt sein, weil es keinen Elternteil gibt, bei dem das Kind „hauptsächlich“ lebt. Die Vorlage für Deutschland enthält dafür eigene Abschnitte zum Ankreuzen und Ausfüllen:
- Rhythmus: 7/7, 2-2-5-5, 2-2-3 oder ein eigener, mit Wechseltag, Uhrzeit und Übergabeort.
- Ferien und Feiertage: Aufteilung der Schulferien, Weihnachten und Ostern im jährlichen Wechsel.
- Meldeadresse: Das Kind hat melderechtlich nur eine Hauptwohnung; bei gleicher Nutzung legt ihr sie gemeinsam fest. Mehr dazu in Wechselmodell: Meldeadresse und Steuerklasse.
- Schule und Kita: wer Ansprechpartner ist und wie beide Eltern informiert bleiben.
- Kosten, Kindergeld, Unterhalt: Auch im Wechselmodell haften beide Eltern für den Barunterhalt, anteilig nach ihren Einkommen (BGH, XII ZB 599/13). Das Kindergeld geht an einen Elternteil und wird ausgeglichen. Wie gerechnet wird, steht in Kindergeld und Unterhalt im Wechselmodell; einen Richtwert gibt der Wechselmodell-Rechner.
- Kommunikation, Konflikte, Überprüfung: inklusive einer Regel für Umzüge, denn das Modell setzt kurze Wege voraus.
Für Österreich (Doppelresidenz) und die Schweiz (alternierende Obhut) nutzt ihr die Länder-Vorlagen unten und tragt den Rhythmus unter „Umgangsregelung“ ein. Die Vorlage ersetzt keine Rechtsberatung.
Vorlage Deutschland
Rechtsgrundlage
BGB §§ 1626, 1671 (gemeinsame Sorge), § 1684 (Umgang). Bei Unterhaltsregelungen gilt außerdem die Düsseldorfer Tabelle als Referenz — und der Wechselmodell-Rechner hilft bei paritätischen Modellen.
Beispieltext — Sorgerechts-Klausel
"Die elterliche Sorge wird gemeinsam ausgeübt. Bei Entscheidungen von erheblicher Bedeutung (Schulwahl, größere medizinische Eingriffe, Religionswechsel, Umzug außerhalb [Stadt/Region]) ist Einvernehmen beider Elternteile erforderlich. Bei Entscheidungen des täglichen Lebens entscheidet der Elternteil, bei dem das Kind sich gerade aufhält."
Vorlage Österreich
Rechtsgrundlage
ABGB §§ 138, 162a (Doppelresidenz seit 2022). OGH-Standards verlangen konkrete Aufteilung, Unterhaltsklarheit und Anpassungsmöglichkeit. Der Wechselmodell-Rechner hilft auch für österreichische Unterhaltsberechnungen im paritätischen Modell.
Beispieltext — Doppelresidenz-Klausel
"Das Kind hat seinen Hauptaufenthalt sowohl bei Elternteil A als auch bei Elternteil B im paritätischen Wechselmodell (50/50). Die Aufteilung folgt einem Wochenwechsel (Sonntag-Sonntag), mit Übergabe um 18:00 Uhr."
Vorlage Schweiz
Rechtsgrundlage
ZGB Art. 133, 134, 298, 298a (gemeinsame elterliche Sorge als Regelfall seit 2014). KESB-Genehmigung empfehlenswert für Rechtsverbindlichkeit — für Schweizer Familienmediation gilt: die KESB genehmigt in vielen Kantonen Mediationsvereinbarungen direkt. Der Wechselmodell-Rechner unterstützt auch CHF-Berechnungen.
Beispieltext — Konflikt-Klausel
"Bei Meinungsverschiedenheiten über die Auslegung dieser Vereinbarung suchen die Eltern zunächst das direkte Gespräch. Gelingt keine Einigung innerhalb von 14 Tagen, wird eine Familienmediation eingeschaltet, deren Kosten je zur Hälfte getragen werden. Die Anrufung der KESB erfolgt erst nach gescheiterter Mediation."
Vorlagen herunterladen
Elternplan-Vorlage Deutschland
BGB §§ 1626, 1671, 1684
Elternplan-Vorlage Österreich
ABGB §§ 138, 162a, Doppelresidenz
Elternplan-Vorlage Schweiz
ZGB Art. 133, 298a, KESB-Hinweis
Elternvereinbarung Wechselmodell (DE)
7/7, 2-2-5-5 oder 2-2-3 · Meldeadresse · Kindergeld
Die Vorlagen sind sofort verfügbar und kostenlos — ohne Anmeldung. Das PDF ist zum Ausdrucken und handschriftlichen Ausfüllen, die Word-Datei zum Ausfüllen und Anpassen am Computer (auch in Pages, LibreOffice oder Google Docs). Die Beispieltexte oben sind verwendbar; für den Einzelfall bitte mit anwaltlicher Beratung anpassen.
Wie wird der Elternplan rechtsverbindlich?
Es gibt drei Wege — mit unterschiedlicher Bindungswirkung und Flexibilität:
1. Privatschriftlich
Beide Eltern unterschreiben. Verbindlich auf Vertrauensbasis, NICHT vollstreckbar. Für viele Familien der praktikabelste Einstieg — schnell, kostenlos, flexibel anpassbar.
2. Notariell
Beurkundung beim Notar. Vollstreckbar für Unterhaltspflichten. Anpassungen brauchen erneuten Notarbesuch — bei häufig wechselnden Lebensumständen kann das aufwändig werden.
3. Gerichtlich genehmigt
Familiengericht (DE/AT) oder KESB (CH) genehmigt den Plan. Vollstreckbar, Anpassungen brauchen Gerichtsbeschluss. Höchste Verbindlichkeit, geringste Flexibilität. Sinnvoll bei Hochkonflikt oder wenn eine Seite Absicherung braucht.
Detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung: Elternplan schreiben — die 8 Pflichtbestandteile.
Häufige Fragen
Was ist eine Umgangsvereinbarung? +
Gibt es die Elternvereinbarung als Word? +
Elternvereinbarung im Wechselmodell – was muss rein? +
Reicht ein Elternplan oder brauchen wir eine Trennungsvereinbarung? +
Müssen Anwält:innen den Elternplan prüfen? +
Können wir den Elternplan später ändern? +
Was passiert, wenn ein Elternteil sich nicht hält? +
Brauchen wir den Elternplan vor Gericht? +
Welche Sprache, welche Länge? +
Elternplan einmal — Pflege jedes Jahr
In Elterntakt steht der Plan im Alltag: ein gemeinsamer Kalender mit eurem Betreuungsmodell und den Schulferien, Tausch-Anfragen und eine Kasse für die Kinderkosten. Kalender und Nachrichten sind für beide Eltern kostenlos.