Verzeichnis & Hilfe

Familienmediation in DACH finden

Mediation entscheidet oft, ob aus einer Trennung ein langjähriger Konflikt wird — oder eine geordnete Co-Parent-Phase. Diese Seite zeigt die offiziellen Verzeichnisse für Deutschland, Österreich und die Schweiz, plus 5 Kriterien für eine gute Mediator:in.

Stand:

Was Familienmediation leistet (und was nicht)

Mediation ist freiwillige, strukturierte Konfliktbearbeitung mit einer neutralen Dritten Person — keine Therapie, keine Rechtsberatung, keine Schlichtung im klassischen Sinn. Ergebnis: eine selbst getragene Vereinbarung, die beide Eltern mit ihrer Unterschrift verbindlich machen.

Was Mediation NICHT ist: Sie bewertet nicht, wer "recht" hat. Sie macht keine rechtsverbindlichen Entscheidungen. Und sie funktioniert nur, wenn beide Seiten freiwillig kommen — bei einseitigem Druck scheitert sie.

Verzeichnisse Deutschland

Bundesverband Mediation (BM)

Bundesweit, Suche nach PLZ. bmev.de

Bundes-Arbeitsgemeinschaft für Familien-Mediation (BAFM)

Fokussiert auf Familienmediation — gute Anlaufstelle bei Trennungs- und Sorgerechtsfragen. bafm-mediation.de

Regionale Verbände

Niedersächsische Familienmediation, Bayerischer Mediatorenverband und weitere Landesverbände bieten regionale Vermittlung.

Tipp: Bei IHK-Mediator:innen (statt nur Familienmediator:innen) unbedingt auf Familienrechts-Erfahrung achten — die Ausbildung deckt nicht automatisch Trennungs- und Sorgerechtsthemen ab.

Verzeichnisse Österreich

Österreichischer Bundesverband für Mediation (ÖBM)

Zertifizierte Mediator:innen österreichweit. oebm.org

Liste eingetragener Mediator:innen beim Justizministerium

Offiziell anerkannte Liste nach dem Zivilrechts-Mediations-Gesetz. Suche unter justiz.gv.at/mediatorinnenliste

Tipp: Nach Familien-Mediation explizit filtern — die Liste ist breit (auch Wirtschaftsmediation) und nicht alle Eingetragenen haben Familienschwerpunkt.

Verzeichnisse Schweiz

Schweizerischer Dachverband Mediation (SDM)

Grösste Dachorganisation, gesamtschweizerische Mediator:innen-Suche. mediation-ch.org

Kantonale Listen

Viele Kantone führen eigene Listen anerkannter Mediator:innen — direkte kantonale Behörde anfragen oder über die Gerichtskanzlei des zuständigen Familiengerichts.

Tipp: In der CH ist die KESB-Genehmigung der Mediationsvereinbarung in vielen Kantonen notwendig für Rechtsverbindlichkeit — rechtzeitig abklären.

Wie eine gute Familienmediator:in erkennen — 5 Kriterien

Nicht jede:r zertifizierte Mediator:in ist für Trennungs- und Sorgerechtsfälle geeignet. Diese fünf Punkte helfen bei der Auswahl:

  1. 1
    Familienrechts-Erfahrung

    Mindestens 5 Jahre Praxis in Trennungs-/Sorgerechts-Fällen. Nicht ausreichend: allgemeine Mediation ohne Familienschwerpunkt.

  2. 2
    Kindgerechte Beteiligung

    Wie werden Kinder in den Prozess einbezogen? Fragen nach Kinderanhörung und separaten Gesprächen zeigen, ob das Kindeswohl aktiv berücksichtigt wird.

  3. 3
    Klare Vorgehensweise

    Erstgespräch, Anzahl Sitzungen und Honorar sollten transparent kommuniziert werden — vor dem ersten Termin, ohne Nachfragen.

  4. 4
    Kein Beziehungs-Therapie-Anspruch

    Eine gute Mediator:in trennt Sach- und Beziehungsebene — und versucht nicht, Paartherapie nachzuholen. Beides in einer Sitzung funktioniert selten.

  5. 5
    Neutralität spürbar

    Beide Eltern verlassen das Erstgespräch mit dem Gefühl, fair gehört worden zu sein. Wenn das bei einem von beiden nicht stimmt: andere Mediator:in suchen.

Was kostet das, wer übernimmt?

Deutschland

Stundensatz typisch 120–220 €. Beratungshilfe (mit Berechtigungsschein vom Amtsgericht) deckt einen Teil. Jugendamt-Förderung in manchen Bundesländern möglich.

Österreich

120–180 € pro Stunde. Verfahrenshilfe vor Gericht möglich; vor-gerichtliche Mediation: teils Förderung über Bundesministerium für Justiz.

Schweiz

Stundensatz 180–280 CHF. KESB-Mediationen werden in einigen Kantonen subventioniert. Anwaltliche Beratungshilfe-Modelle kantonal unterschiedlich.

Erstgespräch: was bringen wir mit?

Ein gut vorbereitetes Erstgespräch spart Sitzungen — und damit Kosten. Ergänzend zur 30-Tage-Checkliste hilft diese Liste für die Mediation:

  • Eigene Sicht auf den Konflikt, schriftlich, max. 1 Seite
  • Aktuelle Vereinbarungen (Umgang, Unterhalt) — auch wenn nur mündlich
  • Wirtschaftliche Eckdaten (Nettoeinkommen beider Seiten) — besonders relevant bei Unterhalt, siehe auch den Wechselmodell-Rechner
  • Listen: Was wollen wir entscheiden? Was ist schon entschieden, aber strittig?
  • Zeit und mentale Ruhe — kein Termin direkt vor oder nach einer Übergabe

Einen vertiefenden Artikel zur Mediator-Auswahl gibt es unter Mediator:in finden in DACH.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Mediation typischerweise? +
Bei Trennungs-/Sorgerechtsthemen meist 4-8 Sitzungen à 90-120 Minuten, verteilt über 2-4 Monate. Hochkonflikt-Fälle können 10-15 Sitzungen brauchen.
Muss die Mediationsvereinbarung notariell beurkundet werden? +
Nicht zwingend. Für eine privatrechtliche Verbindlichkeit reicht die Unterschrift beider Eltern. Für Vollstreckbarkeit (z.B. Unterhalts-Titel): notarielle Beurkundung oder gerichtliche Genehmigung notwendig.
Können wir Mediation und anwaltliche Vertretung kombinieren? +
Ja — viele Mediationen finden mit anwaltlicher Begleitung im Hintergrund statt. Die Anwält:in prüft den Mediationsentwurf rechtlich, bevor er unterschrieben wird.
Was, wenn die Mediation scheitert? +
Dann bleibt der gerichtliche Weg — und alles, was in der Mediation besprochen wurde, ist (außer Sachinformationen wie Einkommensdaten) vertraulich und nicht im Verfahren verwertbar. Die Investition ist trotzdem oft nicht verloren: viele Punkte sind geklärt, der Konflikt eingegrenzt.
Wer entscheidet, welcher Mediator:in wir nehmen? +
Beide Eltern müssen zustimmen. Praktischer Weg: jede Seite schlägt 2-3 Namen vor, gemeinsam wählen aus der Schnittmenge oder neutral aus einer Verbandsliste. Erstgespräch ist meist günstig oder kostenlos — ruhig 2 Mediator:innen probieren.
Was, wenn ein Elternteil Mediation ablehnt? +
Mediation ist freiwillig — sie kann nicht erzwungen werden. Anregung über Familienberatungsstelle, gemeinsame Bekannte oder anwaltliches Schreiben ("Mediation als kosteneffizienterer Weg") sind versuchbar. Wenn dauerhaft abgelehnt: gerichtlicher Weg.

Mediation läuft besser, wenn Fakten geordnet sind

Elterntakt bündelt Kalender, Übergaben, Ausgaben und Vereinbarungen — so kann die Mediator:in im Erstgespräch direkt mit der Sachgrundlage arbeiten statt mit Erinnerungen.