Betreuungsmodell

2-2-3-Modell: kurze Wechsel mit Beispielkalender

Zwei Tage hier, zwei Tage dort, drei Tage wieder hier — und in der nächsten Woche umgekehrt. Das 2-2-3-Modell teilt die Nächte genau hälftig und hält jede Trennung von einem Elternteil bei höchstens drei Tagen.

Stand:

So sehen zwei Wochen aus

Beispiel: 2-2-3, zwei Wochen ab Montag. A und B stehen für die beiden Eltern, eingetragen ist, wo das Kind die Nacht verbringt.
Woche MoDiMiDoFrSaSo
1 A A B B A A A
2 B B A A B B B
Nächte in 14 TagenA 7, B 7 (Verteilung 50/50)
Übergaben in 14 Tagen6
Längste Zeit am Stück bei einem Elternteil3 Nächte

So funktioniert 2-2-3

Elternteil A hat das Kind Montag und Dienstag, Elternteil B Mittwoch und Donnerstag, A dann Freitag bis Sonntag. In der zweiten Woche tauschen beide die Rollen: B beginnt mit Montag und Dienstag, A hat Mittwoch und Donnerstag, B das Wochenende. Nach 14 Tagen beginnt das Muster von vorn. Jeder Elternteil hat damit jedes zweite Wochenende, und kein Wochentag ist fest einem Elternteil zugeordnet.

Die Kennzahlen oben zeigen den Preis dafür: sechs Übergaben in zwei Wochen. Gleichzeitig fehlt jeder Elternteil nie länger als drei Nächte am Stück. Genau das ist der Grund, warum viele Eltern kleiner Kinder mit 2-2-3 beginnen und später auf einen ruhigeren Rhythmus wechseln.

Für wen 2-2-3 passt

  • Kleine Kinder, für die eine ganze Woche ohne einen Elternteil lang ist. Was je nach Alter sinnvoll ist, steht in den Artikeln für Zweijährige, Dreijährige und Vier- und Fünfjährige.
  • Eltern, die nah beieinander wohnen. Drei Übergaben pro Woche funktionieren nur, wenn Kita, Schule und beide Wohnungen ohne lange Fahrten erreichbar sind.
  • Eltern, die sich verlässlich absprechen. Weil die Wochentage wechseln, muss klar sein, wer diese Woche den Dienstag hat — ein gemeinsamer Kalender ist hier fast Pflicht.

Wo es an Grenzen stößt

Viele Übergaben bedeuten viel Packen: Turnbeutel, Lieblingskuscheltier, Hausaufgaben. Bei Schulkindern mit festen Nachmittagsterminen wird der wechselnde Wochenplan schnell unübersichtlich, weil der Mittwochs-Fußball mal bei A und mal bei B organisiert werden muss. Eltern mit Schichtarbeit oder festen Bürotagen kommen mit 2-2-5-5 oft besser zurecht, weil dort jeder Elternteil immer dieselben Tage hat.

Spannungsgeladene Übergaben sind der zweite Punkt. Wer sich bei jeder Übergabe sieht und dabei streitet, macht dem Kind mit drei Übergaben pro Woche keinen Gefallen. Hier hilft es, die meisten Wechsel über Kita oder Schule laufen zu lassen: Ein Elternteil bringt morgens, der andere holt nachmittags ab.

Übergaben planen

Lege für jeden Wechsel einen festen Ort und eine feste Zeit fest und schreibe beides in die Vereinbarung. Ein Muster für eine schriftliche Regelung gibt es in der Umgangsplan-Vorlage, zum Ausdrucken zusätzlich den Umgangskalender 2027. Feiertage und Ferien unterbrechen den Rhythmus; wie man sie fair aufteilt, steht unter Ferien aufteilen und im Artikel zu Feiertagen und Geburtstagen.

Was gilt rechtlich?

2-2-3 ist ein paritätisches Wechselmodell: Beide Eltern betreuen zu gleichen Teilen. Das Gesetz schreibt keinen Rhythmus vor. Einigen sich die Eltern nicht, kann das Familiengericht ein Wechselmodell auch gegen den Willen eines Elternteils anordnen, wenn es dem Kindeswohl am besten entspricht; Voraussetzung ist in der Regel, dass die Eltern miteinander kommunizieren und kooperieren können (BGH, Beschluss vom 01.02.2017 – XII ZB 601/15). Was das Wechselmodell für den Unterhalt bedeutet, rechnet der Wechselmodell-Rechner vor.

2-2-3 in Elterntakt

Elterntakt erzeugt das wöchentliche und das 14-tägige Wechselmodell sowie das Residenzmodell automatisch. Einen 2-2-3-Rhythmus legst du als eigene Regelung an und trägst die Tage einmal selbst ein; danach sehen beide Eltern denselben Kalender mit den Schulferien eures Bundeslands, und Tausch-Wünsche laufen als Anfrage, die der andere annimmt oder ablehnt. Alle Modelle im Vergleich stehen in der Übersicht der Wechselmodell-Modelle.

Häufige Fragen

Was bedeutet 2-2-3 im Wechselmodell? +
Das Kind ist zwei Tage bei einem Elternteil, zwei Tage beim anderen und dann drei Tage, meist das Wochenende, wieder beim ersten. In der Folgewoche beginnt der andere Elternteil. So verbringt jedes Kind in 14 Tagen sieben Nächte bei jedem Elternteil.
Wie viele Übergaben hat das 2-2-3-Modell? +
Sechs in 14 Tagen, also drei pro Woche. Das ist der höchste Wert unter den üblichen 50/50-Rhythmen. Läuft ein Teil davon über Kita oder Schule, sehen sich die Eltern trotzdem selten.
Für welches Alter eignet sich 2-2-3? +
Es wird vor allem für jüngere Kinder genutzt, weil kein Elternteil länger als drei Tage fehlt. Was Fachleute für welches Alter raten, steht im Artikel Umgangsregelung nach Alter.
Was ist der Unterschied zu 2-2-5-5? +
Bei 2-2-3 wechseln die Wochentage jede Woche; bei 2-2-5-5 hat jeder Elternteil feste Wochentage und nur die Wochenenden wechseln. 2-2-5-5 hat weniger Übergaben, dafür bis zu fünf Tage am Stück.

Einen Rhythmus festlegen, den beide sehen

Ein gemeinsamer Kalender für beide Eltern, mit Schulferien, Übergaben und Tausch-Anfragen.