2-2-5-5-Wechselmodell: feste Wochentage, Wochenenden im Wechsel
Montag und Dienstag immer bei A, Mittwoch und Donnerstag immer bei B, die Wochenenden im Wechsel. Das 2-2-5-5-Modell teilt die Nächte hälftig und gibt jedem Wochentag einen festen Platz.
Stand:
So sehen zwei Wochen aus
| Woche | Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | A | A | B | B | A | A | A |
| 2 | A | A | B | B | B | B | B |
| Nächte in 14 Tagen | A 7, B 7 (Verteilung 50/50) |
|---|---|
| Übergaben in 14 Tagen | 4 |
| Längste Zeit am Stück bei einem Elternteil | 5 Nächte |
So funktioniert 2-2-5-5
Der Name beschreibt die Strecken, die das Kind am Stück bei einem Elternteil ist: zwei Tage, zwei Tage, fünf Tage, fünf Tage. Im Beispiel oben hat A immer Montag und Dienstag, B immer Mittwoch und Donnerstag. Das Wochenende von Freitag bis Sonntag wechselt: In der ersten Woche hängt es an A und verlängert sich mit Montag und Dienstag der Folgewoche zu fünf Tagen; in der zweiten Woche hängt es an B, der mit Mittwoch und Donnerstag davor ebenfalls auf fünf Tage kommt.
Der große Vorteil sind die festen Wochentage. Der Dienstag ist immer bei A, also kann A den Dienstags-Schwimmkurs übernehmen, ohne dass jede Woche neu geklärt werden muss, wer fährt. Für Kinder ist das ebenso berechenbar: Sie wissen, wo sie am Mittwoch nach der Schule hingehen.
Für wen 2-2-5-5 passt
- Eltern mit festen Bürotagen oder Schichten, die ihre Betreuungstage um den Dienstplan legen wollen.
- Schulkinder mit festen Terminen unter der Woche, Vereinssport oder Musikschule.
- Kinder, für die eine ganze Woche Trennung zu lang ist, die aber weniger Wechsel als bei 2-2-3 brauchen. Für das Vorschulalter zeigt der Artikel zur Umgangsregelung bei Vier- und Fünfjährigen einen 2-2-5-5-Plan.
Wo es an Grenzen stößt
Die fünf Tage am Stück fallen jeweils über das Wochenende. Für sehr kleine Kinder kann das bereits lang sein; wer kürzere Abstände braucht, ist mit 2-2-3 besser bedient. Und weil die Wochentage fest verteilt sind, landet ein wiederkehrender Termin immer beim selben Elternteil, auch wenn er der aufwendigere ist. Das lässt sich ausgleichen, indem ihr die Fahrdienste getrennt vom Rhythmus absprecht.
Vier Übergaben in zwei Wochen sind überschaubar, besonders wenn sie über Kita oder Schule laufen: Freitags bringt der eine, montags holt der andere ab. Persönliche Übergaben bleiben dann auf die Fälle beschränkt, in denen ohnehin etwas zu besprechen ist.
Ferien und Feiertage
In den Ferien setzen die meisten Eltern den Rhythmus aus und teilen die freien Wochen am Stück, etwa die Sommerferien in zwei Hälften. Für jedes Bundesland steht ein fertiger Plan mit Übergabetag unter Ferien aufteilen. Feiertage, die auf einen festen Wochentag fallen wie Pfingstmontag, brauchen eine eigene Regel, sonst gehen sie immer an denselben Elternteil; Muster dafür im Artikel zu Feiertagen und Geburtstagen.
Was gilt rechtlich?
Mit sieben von 14 Nächten ist 2-2-5-5 ein paritätisches Wechselmodell. Eine gesetzliche Vorgabe für einen bestimmten Rhythmus gibt es nicht. Kommt keine Einigung zustande, kann das Familiengericht ein Wechselmodell anordnen, wenn es dem Kindeswohl am besten dient (BGH, Beschluss vom 01.02.2017 – XII ZB 601/15). Für den Unterhalt im Wechselmodell gilt eine eigene Rechnung, die der Wechselmodell-Rechner zeigt.
2-2-5-5 in Elterntakt
Automatisch erzeugt Elterntakt das wöchentliche und das 14-tägige Wechselmodell sowie das Residenzmodell. Einen 2-2-5-5-Rhythmus legst du als eigene Regelung an und trägst die Tage einmal selbst ein. Danach sehen beide denselben Kalender, die Schulferien sind schon drin, und wer einen Tag tauschen möchte, stellt eine Anfrage. Alle Modelle im Vergleich: Übersicht der Wechselmodell-Modelle.
Häufige Fragen
Wie funktioniert das 2-2-5-5-Modell? +
Ist 2-2-5-5 dasselbe wie 5-2-2-5? +
Wie viele Übergaben gibt es? +
Für wen eignet sich 2-2-5-5? +
Einen Rhythmus festlegen, den beide sehen
Ein gemeinsamer Kalender für beide Eltern, mit Schulferien, Übergaben und Tausch-Anfragen.