Wechselmodell-Modelle im Vergleich: 7/7, 2-2-3, 2-2-5-5
Wie oft wird gewechselt, wie lange ist das Kind am Stück bei einem Elternteil, wie viele Nächte hat jeder? Die gängigen Rhythmen auf einen Blick, jeweils mit Beispielkalender.
Stand:
Die Rhythmen im Vergleich
Gezählt über zwei Wochen. „Längste Zeit am Stück“ ist zugleich die längste Trennung vom anderen Elternteil.
| Rhythmus | Prinzip | Nächte A/B | Übergaben | Längste Zeit am Stück |
|---|---|---|---|---|
| Wochenweise (7/7) | eine Woche hier, eine Woche dort | 7/7 (50/50) | 2 | 7 Nächte |
| 2-2-3 | zwei, zwei, drei Tage im Wechsel | 7/7 (50/50) | 6 | 3 Nächte |
| 2-2-5-5 | feste Wochentage, Wochenenden im Wechsel | 7/7 (50/50) | 4 | 5 Nächte |
| 3-4-4-3 | drei und vier Tage, im Folgewoche umgekehrt | 7/7 (50/50) | 4 | 4 Nächte |
| Jedes zweite Wochenende | Residenzmodell mit Umgang alle 14 Tage | 12/2 (86/14) | 2 | 12 Nächte |
Wie man den passenden Rhythmus findet
Drei Fragen entscheiden meistens: Wie lange kann das Kind ohne einen Elternteil gut sein? Wie nah wohnt ihr beieinander? Und wie gut klappen Übergaben? Je jünger das Kind, desto kürzer sollten die Abstände sein, was mehr Übergaben bedeutet. Je weiter die Wege, desto eher passt ein Rhythmus mit wenigen Wechseln. Und wer bei Übergaben streitet, legt sie in Kita oder Schule, damit sich die Eltern dabei nicht begegnen.
- Wochenweise (7/7): am wenigsten Übergaben, leicht zu merken, eine Woche Trennung.
- 2-2-3: höchstens drei Nächte am Stück, dafür drei Übergaben pro Woche und wechselnde Wochentage.
- 2-2-5-5: feste Wochentage für jeden, Wochenenden im Wechsel, vier Übergaben in zwei Wochen.
- Jedes zweite Wochenende: Residenzmodell, zwei von 14 Nächten beim anderen Elternteil, meist mit Ergänzungen.
3-4-4-3
Elternteil A hat Montag bis Mittwoch, B Donnerstag bis Sonntag; in der zweiten Woche hat A vier Tage, B drei. Damit ergeben sich ebenfalls sieben von 14 Nächten und vier Übergaben. Gegenüber 2-2-5-5 ist die längste Strecke kürzer, dafür wechseln die Tage in der zweiten Woche. Als eigene Suche spielt 3-4-4-3 kaum eine Rolle, deshalb steht es nur hier.
| Woche | Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | A | A | A | B | B | B | B |
| 2 | A | A | A | A | B | B | B |
| Nächte in 14 Tagen | A 7, B 7 (Verteilung 50/50) |
|---|---|
| Übergaben in 14 Tagen | 4 |
| Längste Zeit am Stück bei einem Elternteil | 4 Nächte |
5-2-2-5 und 9/5
5-2-2-5 ist derselbe Rhythmus wie 2-2-5-5, nur an einem anderen Tag begonnen. 9/5 bezeichnet neun zu fünf Nächte in zwei Wochen, also etwa 64 zu 36. Das ist kein paritätisches Wechselmodell mehr, sondern erweiterter Umgang; was das für den Unterhalt heißt, steht im Artikel Wechselmodell 60/40 und erweiterter Umgang.
Ferien, Feiertage und Rechtliches
In den Ferien setzen die meisten Familien den Rhythmus aus und teilen am Stück; fertige Pläne für jedes Bundesland gibt es unter Ferien aufteilen. Ein Gesetz, das einen bestimmten Rhythmus vorschreibt, gibt es nicht. Was Wechselmodell und Residenzmodell rechtlich und beim Unterhalt unterscheidet, erklärt die Seite Wechselmodell, Residenzmodell oder Nestmodell, die Unterhaltsrechnung im Wechselmodell der Wechselmodell-Rechner.
In Elterntakt sind das wöchentliche und das 14-tägige Wechselmodell und das Residenzmodell mit einem Klick angelegt; andere Rhythmen tragt ihr als eigene Regelung ein. Beide sehen denselben Kalender mit den Schulferien eures Bundeslands.
Häufige Fragen
Welche Wechselmodell-Modelle gibt es? +
Welches Modell hat die wenigsten Übergaben? +
Welches Modell passt zu kleinen Kindern? +
Was ist ein Wechselmodell 60/40? +
Rhythmus festlegen, beide sehen ihn
Ein Kalender für beide Eltern, mit Ferien, Übergaben und Tausch-Anfragen.